Updates

Wie du Librescoot aktuell hältst. Für normale Updates ist Bluetooth der bevorzugte Weg. USB bleibt für Karten, Wiederherstellung und Fälle ohne passendes Bluetooth-Update verfügbar.

Bevorzugter Weg: Update über Bluetooth

1.2+ Ein normales Update innerhalb desselben Kanals überträgst du als Delta mit stasis for unu (Android bei Google Play, iOS über TestFlight) per Bluetooth. Für die meisten Updates ist das der einfachste Weg: Du brauchst weder eine SIM-Karte noch ein Kabel und musst den Updatemodus nicht öffnen.

Per Bluetooth lassen sich Updates für MDB und DBC übertragen. Vollständige Abbilder funktionieren ebenfalls, brauchen aber erheblich länger; verwende deshalb ein Delta, wenn eines für die installierte Version angeboten wird. Lass das Handy in der Nähe des Rollers, bis die Übertragung abgeschlossen ist. Danach läuft der normale Installations- und Neustartvorgang.

Auf dem Roller muss bereits Librescoot 1.2 oder neuer laufen. Der erstmalige Wechsel auf 1.2, Karten- und Routing-Daten, ein Kanalwechsel ohne Internetverbindung und die Wiederherstellung nach einem defekten Update laufen weiterhin über USB oder einen anderen verfügbaren Updateweg.

USB: Karten, Wiederherstellung und manuelle Installation

Verwende den Updatemodus, wenn kein passendes Bluetooth-Delta verfügbar ist, oder wenn du Karten installieren, den Roller wiederherstellen oder einen offline betriebenen Roller auf einen anderen Kanal umstellen möchtest. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du auf Updatemodus. Der Ablauf in Kürze:

  1. Roller einschalten und im Parkmodus Menü → Einstellungen → System → Update-Modus… öffnen und bestätigen.
  2. Den Fußraum mit einem PH2-Kreuzschlitz- oder H4-Inbusschlüssel öffnen, die Sicherungsschraube lösen und das interne DBC-USB-Kabel vom Mini-B-Anschluss des MDB abziehen.
  3. Den Laptop mit diesem Anschluss verbinden. Das bereitgestellte Laufwerk am Computer öffnen.
  4. Die heruntergeladene Firmware-Datei (.mender oder .delta) in den Ordner system-update/ auf dem Laufwerk kopieren.
  5. Das Laufwerk am Computer sauber auswerfen und den Updatemodus am Roller verlassen.
  6. Den Laptop trennen und das interne DBC-USB-Kabel wieder einstecken und sichern.

Das Laufwerk nimmt zusätzlich Karten- und Routing-Dateien an: unkomprimierte .tar-Routingarchive, 1.3+ auch zstd-komprimierte .tar.zst-Archive. Die Seite Updatemodus erklärt, welche Dateien wohin gehören. Aktuelle Versionen findest du auf der Changelog-Seite oder direkt im GitHub-Releases-Bereich.

Mit SIM-Karte: automatisch über das Mobilfunknetz

Wenn dein Roller eine aktive SIM-Karte hat, kann Librescoot das Aktualisieren komplett im Hintergrund übernehmen. Der Roller prüft dann standardmäßig alle sechs Stunden automatisch, ob eine neuere Version verfügbar ist, lädt sie bei Bedarf direkt herunter und installiert sie, ohne dass du etwas manuell anstoßen musst. Wie oft er nachsieht, stellst du am Display ein, siehe Update-Einstellungen am Roller.

Bei kurzen Funklöchern oder ausgeschaltetem Modem bleiben bereits geladene Teildaten erhalten. Der Roller setzt die Übertragung später fort, statt wieder bei null zu beginnen; gewöhnliche Wiederholungsversuche warten nach Fehlschlägen zunehmend länger.

1.3+ Wenn ein Download festhängt oder sein Übertragungsbudget überschreitet, bleibt diese Wartezeit auch über geplante Prüfungen hinweg bestehen. Eine spätere Prüfung kann deshalb warten, bevor sie die Übertragung fortsetzt.

Was du auf dem Display siehst

Während ein automatisches Update läuft, erscheint oben rechts in der Statusleiste ein zusätzliches Symbol für den jeweiligen Schritt. Bei Download und Installation steht ein prozentualer Fortschrittswert dabei, sodass du siehst, dass im Hintergrund etwas passiert.

Wenn der Roller im Standby ist und das Display sonst aus wäre, übernimmt während des Updates ein eigener schwarzer Bildschirm. Er zeigt mittig einen Lade-Indikator, eine kurze Status-Meldung wie „Downloading updates…“ oder „Installing updates…“ sowie einen Fortschrittsbalken. Unten am Bildschirm steht „stand-by“ als Hinweis, in welchem Zustand sich der Roller gerade befindet.

Beim manuellen Update über USB sieht der Bildschirm anders aus. Wie der Ablauf funktioniert, beschreibt die Seite Updatemodus.

Die Statusleiste zeigt den aktuellen Schritt mit Prozentwert.
Der Standby-Bildschirm während eines automatischen Updates.

Während eines automatischen Updates

Updates blockieren den normalen Betrieb nicht. Während eines laufenden Downloads oder einer laufenden Installation kannst du weiterfahren, anhalten, sperren und wieder aufsperren. Der Roller verzögert nur kurz Aktionen, die einen Zustandswechsel auslösen würden: etwa fünfzehn Sekunden während des Downloads, bis zu einer Minute während der Installation. So bekommt der gerade aktive Schritt Zeit, sauber zu Ende zu laufen, bevor der Roller in den nächsten Zustand wechselt.

Wann eine neue Version wirklich aktiv wird

Egal, ob ein Update über USB oder über das Mobilfunknetz gekommen ist: aktiv wird die neue Version erst beim nächsten Neustart der jeweiligen Komponente.

  • Das MDB (der Hauptcomputer im Fußraum) startet sich nach Abschluss der Installation automatisch neu, sobald der Roller etwa drei Minuten am Stück im Standby steht.
  • Das DBC (der Display-Computer hinter dem Lenker) startet sich neu, sobald der Roller einen sicheren Zustand wie Standby oder Parkmodus erreicht.

In beiden Fällen ist die neue Version beim nächsten Mal automatisch aktiv. Mit der Bremshebel-Geste im Parkmodus (beide Bremshebel drei Sekunden halten) kannst du jederzeit die aktuell installierten Versionen in der Versionsbox nachschauen.

Versions-Reihen: Stable, Testing, Nightly

Librescoot wird parallel auf drei verschiedenen Reihen veröffentlicht:

  • Stable ist die empfohlene Version für den Alltag und der Standard für jeden ausgelieferten Roller.
  • Testing sind Vorab-Versionen für Fahrer*innen, die neue Funktionen früh ausprobieren möchten und mit gelegentlichen Macken leben können.
  • Nightly sind tägliche Schnappschüsse aus dem aktuellen Entwicklungsstand. Hier solltest du mit ernsthaften Problemen rechnen und im Notfall manuell wiederherstellen können.

Welche Reihe du gerade fährst, erkennst du an der Versionsnummer in der Versionsbox. Mit einer Internetverbindung wechselst du sie direkt am Display unter Menü → Einstellungen → System → Updates → Update-Kanal wechseln oder mit dem lsc-Kommandozeilenwerkzeug. Ein Kanalwechsel lädt immer ein vollständiges Abbild; plane also Zeit und eine brauchbare Verbindung ein.

1.3+ Die installierte Reihe und die Komponenten-Versionen stehen außerdem unter Menü → Info → Komponenten.

Auch einen vollständig offline betriebenen Roller kannst du mit einem Paket aus einer anderen Reihe aktualisieren: Lade es auf einem Computer herunter und spiele es über den Updatemodus ein. Wenn kein abweichender Kanal ausdrücklich konfiguriert ist, leitet der Updater den künftigen Kanal aus der installierten Version ab.

Update-Einstellungen am Roller

1.3+ Die Update-Einstellungen liegen unter Menü → Einstellungen → System → Updates. Du brauchst dafür weder lsc noch eine SSH-Sitzung.

  • Update-Zeitplan: Wie oft der Roller nach einer neuen Version sucht. Aus, 6h, 12h, 24h, 3d oder 7d. Standard sind 6h. „Aus“ schaltet die geplante Suche komplett ab, dann ist die manuelle Prüfung darunter der einzige Weg, überhaupt ein Update zu finden.
  • Jetzt prüfen: Sucht sofort. Die Zeile zeigt außerdem, wie lange die letzte Prüfung her ist.
  • Update-Art ändern: Delta oder Voll. Delta überträgt nur das, was sich seit der installierten Version geändert hat, und ist auf einer SIM mit Volumentarif die vernünftige Wahl. Voll lädt immer das komplette Image.
  • Update-Kanal wechseln: Stable, Testing oder Nightly; am Display steht Stable als „Stabil“. Ein Wechsel bedeutet immer einen vollständigen Image-Download, deshalb ist der Eintrag eine Liste zum Bestätigen und kein Wert, an dem man versehentlich vorbeiklickt.

Jede dieser Einstellungen gilt gemeinsam für MDB und DBC, damit beide Komponenten auf demselben Kanal, mit derselben Update-Art und demselben Zeitplan arbeiten. Wurden die Einstellungen außerhalb des Menüs unterschiedlich gesetzt, steht in der Zeile „Uneinheitlich“ statt eines Werts. Sobald du eine Option auswählst, werden beide wieder einheitlich eingestellt. Ein Kanalwechsel über dieses Menü benötigt eine Internetverbindung; offline verwendest du stattdessen im Updatemodus ein Firmware-Paket aus der gewünschten Reihe.

Wenn ein Update fehlschlägt

Wenn beim USB-Update etwas schiefläuft, kannst du es einfach noch einmal von vorn versuchen. Die Anleitung auf Updatemodus beschreibt den Ablauf im Detail.

Bei einem automatischen Update meldet sich der Roller mit einem Fehlersymbol in der Statusleiste, falls Download oder Installation nicht durchgelaufen sind. Der Roller funktioniert weiter wie bisher; die alte Version bleibt aktiv. Bereits geladene Teildaten bleiben erhalten, und gewöhnliche Wiederholungsversuche setzen die Übertragung später fort. 1.3+ Nach einem festhängenden oder wegen des Übertragungsbudgets abgebrochenen Download bleibt die Wartezeit auch über geplante Prüfungen hinweg bestehen. Eine spätere Prüfung kann deshalb warten, bevor sie die Übertragung fortsetzt.

Wenn ein Update offensichtlich etwas kaputt gemacht hat oder die Update-Funktion selbst nicht mehr arbeitet, ist der schnellste Weg in der Regel das Wiederaufspielen der betroffenen Komponente: entweder über den Updatemodus oder mit einer vollständigen Installation durch den Installer, der auch ein System wiederherstellen kann. Hilfe für den konkreten Fall findest du im Discord.

Was sich gegenüber scooterOS geändert hat

Die Update-Mechanik ist Teil von Librescoot. Was sich gegenüber der ursprünglichen Firmware unterscheidet, fasst die Seite Änderungen gegenüber scooterOS zusammen.